Mit Spaß und Spiel zu Leistung – Das Pinnauer Jugendkonzept

12.07.2012 | Sekretariat | Kategorie(n): Club

Viele Golfschulen für Jugendliche werden ausschließlich aus der Sicht Erwachsener entwickelt. Kinder lieben es, zu singen, zu tanzen, zu springen und Spiele zu spielen. Man muss lernen, wie ein Kind zu denken – das ist die Philosophie der Pinnau Jugend Academie. Neben David Britten als verantwortlichem Coach kümmern sich zehn Trainer um die Entwicklung des Nachwuchses, Lutz Fischer ist Koordinator und  Ansprechpartner für alle Jugendlichen und Eltern.

Neu in diesem Sommer ist der 9-Loch-Platz für die kleinen Golfeinsteiger. Mit einem gestifteten und umgebauten Golfcart werden die Kids samt Bags auf den kleinen Platz chauffiert. Beim Sommercamp mit wurde fast die ganze Anlage von den fast 100 Nachwuchsgolfern lahmgelegt – dabei ist der Trend in Deutschland rückläufig. Im Gegensatz zu Pinnau spielen immer weniger Kinder Golf.

Im Interview erklärt David Britten, wie die Pinnau Nachfolger von Philipp Westermann ausbilden will, der zum Nationalspieler reifte und als Student in den USA bereits vier Turniere gewonnen hat.

Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg mit der Regionalliga-Mannschaft.

Britten: «Danke, aber das war eigentlich gar nicht eingeplant. Wir haben noch nicht genug Jugendliche ausgebildet. Erst in den nächsten Jahren greift unser Konzept. Dann sollen jedes Jahr 20 Kinder gut genug für die Mannschaften sein.»

Wie genau sieht das Konzept der Pinnau aus?

Britten: «Wir wollen Kinder aus der Umgebung holen und arbeiten mit den Schulen der Umgebung zusammen. Die Leistung kommt von allein, wenn sie bei uns Spaß haben. Unser Vorbild ist das Titleist Performance Institute in San Diego, das wir uns genau angeguckt haben. Wir haben unsere eigene Akademie, aber die Philosophie ist ähnlich.»

Nämlich?

Britten: «Wir fangen bei Null an, wollen den kleinen Kindern erst das Werfen mit dem Ball und andere Dinge beibringen. Sie sollen nicht nur auf der Range stehen. Mein Traum ist es, aus dem Gymnasium in Quickborn viele Schüler zu bekommen. Die sind in der Region verwurzelt und lassen sich nicht sofort von anderen Clubs abwerben, wenn sie gut sind.»

Viele Eltern meinen, Golf ist zu teuer.

Britten: «Wir ermöglichen Beiträge von 100 Euro pro Jahr. Wir bekommen durch unser anerkanntes Konzept inzwischen gute Fördermittel von den Golfverbänden, damit können wir unsere Jugendtrainer mitfinanzieren.»

Woran liegt es, dass es in Deutschland so wenige gute Nachwuchsgolfer gibt?

Britten: «Da gibt es viele Gründe. So ist es wirklich nicht verständlich, warum die Schweden und Dänen so wahnsinnig weit vorn und erfolgreich sind, obwohl deren Saison so kurz ist. In Deutschland gibt es aber auch immer mehr Betreibergesellschaften von Golfplätzen, die keine Interesse an Jugendarbeit haben. Wenn jeder Club so ein System wie die Pinnau hätte, würde der Deutsche Golf Verband an der Spitze kein Problem haben.»

Martin Kaymer sagt, viele gute Nachwuchsgolfer sind zu bequem zum Trainieren. Stimmt das?

Britten: «Um wirklich gut zu werden, sollte man in zehn Jahren 10 000 Stunden Golf spielen. Viele trainieren aber nur zweimal die Woche. Das ist zu wenig für ganz oben.»