Heute: Ich hab da mal ne unappetitliche Frage…..

12.07.2012 | Sekretariat | Kategorie(n): Club

Aus gegebenem Anlass eine Wiederholung eines Artikels von Regel-Opi Volker Uthoff aus dem letzten Jahr:

„Mein Ball liegt mitten im Kot von kanadischen Wildgänsen. Ich liebe die Natur, aber nicht so einen Sch… Mein Freund sagt, hier gilt die Regel nach dem Motto: Spiel den Ball wie er liegt, auch wenn die Kacke fliegt! Stimmt das?“

Nein. Im Sinne der Definition der Golfregeln ist Kot jedweden Ursprungs ein so genannter loser hinderlicher Naturstoff, der mit Ausnahme eines Balls im Wasserhindernis oder im Bunker ansonsten straflos entfernt werden darf, vorausgesetzt der Ball wird dabei nicht bewegt. Dazu zählt nicht nur der Dutt einer Gans, sondern auch Kötel von Kaninchen, Fladen einer Kuh oder auch Wachtmeister eines verzweifelten Spielers mit akutem Durchfall (eher selten).

Neben der Überwindung von persönlichem Ekel setzt das Entfernen des hinderlichen Naturstoffs eine gewisse trockene Konsistenz des Haufens voraus, die nicht immer gegeben ist. Sollte das Exkrement nämlich wegen seines feuchten oder pastösen Aggregatzustands  am Ball haften, verliert es den Status eines losen Naturstoffs und darf nicht straflos entfernt werden.

Welche Möglichkeiten bieten die Golfregeln dem angeekelten, aber schlagwilligen Spieler an, um sich einigermaßen schadlos aus dieser Situation zu befreien?

1)      Er kann den Ball für unspielbar erklären und nach einer der 3 verfügbaren Optionen (innerhalb von 2 Schlägerlängen nicht näher zur Fahne, zurück auf der Linie Ball – Fahne oder zurück zur Stelle des letzten Schlags) mit einem Strafschlag und einem neu eingesetzten Ball weiterspielen.

2)      Er entfernt den/die trockenen Klumpen und spielt den Ball wie er liegt.

3)      Liegt der Ball auf dem Haufen oder haftet der Haufen an dem Ball, kann der Spieler den Haufen als ungewöhnlich beschaffenen Boden einstufen mit strafloser Erleichterung innerhalb einer Schlägerlänge vom nächsten Punkt der Erleichterung.  Dazu muss er leider den ursprünglichen Ball benutzen, d.h. vorsichtig aufnehmen, reinigen und droppen.

Handelt es sich allerdings um einen Dauerzustand großflächiger Verunzierungen, den das Platzpersonal selbst durch tägliche Reinigungsarbeiten nicht in den Griff bekommt, sollte die Spielleitung eine Sonderplatzregel erlassen, die solche Flächen als Boden in Ausbesserung kennzeichnet mit strafloser Erleichterung und wahlweiser Verwendung eines Ersatzballs.

Wer zuletzt lacht, denkt am langsamsten!

VU