Winterspielbetrieb auf Golfanlagen – Informationen für Golfspieler

24.03.2012 | Sekretariat | Kategorie(n): Greenkeeping

Schnee und Frost auf dem Golfplatz – und nun?

Temporäre Platzsperren, eingeschränkte Benutzung von Carts und Trolleys und das Ausweichen auf so genannte Wintergrüns sind Beispiele dafür, wie die Benutzbarkeit der Golfanlagen bei Nässe, Reif, Frost, Eis und Schnee oft erheblich eingeschränkt werden muss. Grund dafür ist, dass das

Bespielen, insbesondere der empfi ndlichen Grüns, unter widrigen Witterungsbedingungen oft zu nachhaltigen Schäden führt, die teilweise erst Jahre später zum Tragen kommen und deren Beseitigung dann mit erhöhtem Pflegaufwand oder gar Umbaumaßnahmen verbunden ist. Denn bei Temperaturen unter 4°C findet kein Rasenwachstum mehr statt, ein solches Wachstum aber ist unerlässlich für die Regeneration der Fläche.

Platzsperre – warum?

In kritischen Situationen, z.B. bei Raureif und großer Nässe, sollte der Rasen aus folgenden Gründen nicht betreten bzw. nicht befahren werden:

  • Fußtritte und Fahrspuren bei Frost zerstören das Pflanzengewebe der Gräser und hinterlassen hässliche Narben im Rasen
  • Tritt- und Fahrspuren stören über einen längeren Zeitraum die Optik der Rasenflächen, zum Teil bis in die Sommermonate hinein
  • Die Erholungsphase der Rasenflächen im Winter kann mehrere Wochen dauern
  • Beschädigte Pflanzenteile werden leichter von Krankheitserregern befallen
  • Feuchte Böden werden bei Belastung stärker verdichtet

Schäden am Grasbestand und Bodenverdichtungen fördern das Einwandern von Unkräutern und insbesondere Poa annua (Jähriges Rispengras) sowie die Anfälligkeit gegenüber Rasenkrankheiten. Hierdurch wird die Qualität der Rasenfl ächen negativ beeinflusst, die Putteigenschaften der Grüns werden verschlechtert.

Was für das Trolley- und Cartverbot spricht…

Golfer, die ihre Bags tragen, haben zwar in der Regel einen etwas höheren Bodendruck als Golfer die Ihre Bags auf Trolleys (je nach Bereifung)schieben oder ziehen, dennoch sprechen einige Gründe für das Verbot von Trolleys und insbesondere von Carts:

  • Ein Golfer mit Trolley belastet etwa die 10-fache Fläche, ein Cart belastet etwa die 50-fache Fläche
  • Der Bodendruck durch Carts ist etwa doppelt so hoch wie bei Trolleys
  • Engstellen werden durch Trolleys und Carts an den gleichen Stellen wiederholt belastet
  • „Tragende“ Golfer weichen automatisch Nassstellen aus, Cart-Fahrer hingegen jedoch nicht unbedingt
  • Aufspritzendes Dreckwasser durch Carts hindern die Gräser an der Fotosynthese

Über den Tellerrand geschaut: Warum gibt es unterschiedliche Handhabungen auf den Golfanlagen?

Sperrungen auch auf benachbarten Golfanlagen können unterschiedlich gehandhabt werden. Dies mag zum einen an kleinklimatischen Unterschieden liegen, können bereits ein paar Kilometer Luftlinie starke Abweichungen bei den Niederschlägen bzw. bei den Temperaturen bedeuten.

Zum anderen haben die Golfanlagen zum Teil erhebliche Unterschiede bei den pflanzenbaulichen und vegetationstechnischen Vorraussetzungen oder aber schlicht und einfach eine andere Bodenart. Daneben spielt aber auch die Nutzungsfrequenz der Anlage sowie die Philosophie und finanzielle Ausstattung des Golfclubs oder Betreibers eine Rolle. Rasenflächen unterliegen zwar einer natürlichen Abnutzung, diese wird durch Benutzung bei ungünstigen Witterungsbedingungen aber erheblich beschleunigt.

Wenn die Rasenflächen, insbesondere die Grüns, alle paar Jahre erneuert werden, kann mit diesen naturgemäß anders umgegangen werden als mit Grüns, die mindestens 30 Jahre halten

müssen und entsprechend pfleglich behandelt werden sollten. Insbesondere während der Übergangszeiten im Spätherbst und im zeitigen Frühjahr ist deshalb das Verständnis der Golfer für die Wachstumsbedingungen des Rasens besonders gefordert. 

Vegetationsruhe = Wachstumsstopp  keine Regeneration des Rasens
Keine Regeneration des Rasens + Belastung 
 Schäden
Risiko von Schäden 
 temporäre Platzsperre + Tragen des Bags

Quelle: Deutscher Golf Verband