Vizemeister, Vizemeister – HEY, HEY!

11.07.2017 | Nils Scheller | Kategorie(n): Club

JA – es ist vollbracht! Die erhoffte Medaille ist geholt und sie glänzt sogar Silber…

Aber erstmal zurück geblickt in den Februar 2017. Durch die vom DGV durchgesetzte Anpassung von AK35 auf AK30, die unsere AK insgesamt etwas sportlicher machen sollte, wurden bei allen Clubs deutlich stärkere Spieler in die Mannschaften gespült. Auch wir konnten uns über 6 starke Neuzugänge freuen, die sich vom Alter her zwischen 30 und 34 tummeln ;-)

Also alles auf 0 und in eine neue Ära starten, war unser Kapitäns-Credo!

Ganz bewusst haben wir uns gegen eine Aufsplittung in zwei getrennte Mannschaften entschieden, da wir uns erhofften, dadurch einen deutlich besseren Teamgeist entwickeln zu können und so auch maximal flexibel in den jeweiligen Aufstellungen agieren konnten.

Auch die Saisonziele wurden im Rahmen eines Get Together im Februar klar definiert:
Es sollten (mussten) zwei Aufstiege her und als kleines Fernziel haben wir uns auch die Teilnahme am Final-8 (Hamburger Meisterschaft) gesetzt – noch unwissend, wie die anderen Clubs so aufgeforstet hatten.

Eingeteilt in Liga 4 und 5 wurde schon schnell klar, dass ein Aufstieg von Pinnau I kaum zu verhindern war und auch Pinnau II durch gute Ergebnisse voll in der Spur lag.

Kurze Erklärung zum Liga-Modus:
Auch aus Liga 4 konnten wir mit guten Ergebnissen das Final-8 erreichen, da alle Clubs über CR verglichen werden und die besten vier Mannschaften nach 5 Spieltagen das Ticket für die Meisterschaft lösen. Platz 1 bis 4 aus Liga 1 waren dafür bereits gesetzt.

Folgerichtig wurde auch das Fernziel (Final-8) in ein sportliches neues Ziel (Platz 5 in Hamburg über CR) umgewandelt.
Der 5. Platz sollte bedeuten, dass man im Viertelfinale den womöglich „leichtesten“ Gegner haben würde.

Unser letzter Spieltag sollte dann die Entscheidung bringen.
Pinnau I benötigte gute Scores, um den hauchdünnen Vorsprung von 8 Schlägen auf Platz 6 zu halten und Pinnau II musste an einem Doppelspieltag die 22 Schläge Vorsprung auf Holm II verteidigen, um den ersehnten Aufstieg zu realisieren.

Und wir haben es geschafft!
Pinnau I hat das Fernduell am Ende souverän für sich entschieden – Aufstieg und Platz 5 (ligaübergreifend in ganz Hamburg).
Pinnau II hat beide Heimspieltage mit Rekordergebnissen gewonnen und somit auch einen deutlichen Aufstieg erreicht!

Und da war es nun, unser großes Ziel:
Final-8 auf eigenem Platz – Matchplay – Mann gegen Mann…

Hochmotiviert und bestens gelaunt ging es am Samstag (01.07.) Vormittag gegen St. Dionys auf die Runde. 4 Einzel und 1 Vierer sollten die Entscheidung bringen. Jeder Spieler hatte einen Caddie – was wir gar nicht hoch genug loben können (das Team lebt).
Nach 9 Löchern sah es dann auch schon ganz ordentlich aus, aber ein Nachlassen im Matchplay ist keinesfalls angesagt, sondern weiter hochkonzentriert bleiben und Ball für Ball so gut wie möglich verarbeiten. Zu gut und sicher waren unsere Jungs unterwegs und es sah alles andere als nach einer bösen Überraschung aus. Loch 18 sollte an diesem Vormittag auch nur ein Spieler erleben – alle anderen Matches wurden teils deutlich früher entschieden.
Endstand: 4:1 für die Pinnau

Und nun sollte es zum großen Showdown gegen den 7-fachen und amtierenden Hamburger Meister von der Wendlohe gehen.
Insgeheim hatten wir schon mit dem Halbfinale gerechnet, uns aber auch im Vorwege schon mit einem möglichen Spiel um 3 und dem zu erwartenden Gegner (Holm) befasst und so konnten wir ganz ohne Erwartungsdruck in die Matches einsteigen, was aber nicht zu bedeuten hatte, das wir uns weniger konzentrierten…

Aber es sollte ganz anders kommen…

Etwas ersatzgeschwächt hatten wir am Nachmittag nur noch 6 von 9 Spielern zur Verfügung, war aber auch egal, da jeder an sein Limit gehen musste, um überhaupt eine Chance zu haben.
Hcps haben im Matchplay zwar nicht viel zu sagen, für Außenstehende nenne ich aber hier mal den Mannschaftsvergleich in den Matches:

Wendlohe / Pinnau:

1,9 gegen 6,4
1,8 gegen 3,7
3,6 gegen 5,5
2,5 gegen 4,1
3,4 & 3,4 gegen 8 & 5,8

Es wurde vom Start weg gekämpft und teilweise überragendes Golf gespielt.
Allen voran Julian, der gegen den stärksten Wendloher nach 5 Löchern fast 3 auf gegangen wäre, am Ende allerdings einem wahren Birdiefeuerwerk seines Gegners leider nichts mehr entgegen zu setzen hatte. Wenn man allerdings seine Runde mit knapp über Par beendet und der Gegner sogar unter Par lag, kann sich wohl jeder vorstellen, auf welchem Niveau da gespielt wurde.
Ähnlich stark verliefen die anderen Matches, wobei die 3 Mittelflights immer extrem ausgeglichen waren.
Erwähnenswert hierbei, dass Arne ein 3 down auf den letzten 9 Löchern noch in einen ganz starken 2 auf 1 Sieg verwandeln konnte.
Vorne hatten wir also verloren und auch unser Vierer lag einigermaßen hoch zurück – eigentlich lief bei Wendlohe alles nach Plan…
Aber nur eigentlich, denn unsere Mittelflights holten plötzlich auf bzw. gingen an der 15 sogar erstmals in Führung (Christoph P.) – plötzlich stand es (hochgerechnet) 2:2!
Das letzte Eisen im Feuer (Rapha) lag allerdings vor dem Inselgrün B6 noch 1down – bekam aber mit, wie es um ihn herum (seitens der Wendloher) etwas hektischer wurde…

Und Rapha behielt die Nerven:
Par gegen Bogey an der 15 (AS), ein Mega-Flopshot an der 16 zum Par (weiterhin AS)…
Mittlerweile waren alle anderen Matches vorbei und es stand wirklich 2:2 – unfassbar, was wir plötzlich für eine Chance witterten.

Und die Dramatik sollte weitergehen…
Am Tee der 17 standen mittlerweile alle Spieler, Trainer, Kapitäne, Caddies und auch ein paar Zuschauer – bestimmt 50 Leute.
Totenstille bei den Teeshots.
2x Grüntreffer, wobei Rapha den etwas leichteren Putt zu haben schien (aber immer noch knapp 6m gegen 8m Wendlohe).
Wendlohe verfehlt den Birdieputt…
Rapha macht sich bereit und schickt den Ball auf die Reise – so genau konnte man den Verlauf über die Welle nicht sehen aber plötzlich war der Ball verschwunden – BIRDIE!

Riesenjubel bei den Pinnauern – was war denn hier plötzlich los?
Ein Loch entfernt vom wohl größten Triumph – jetzt musste Rapha nur die Nerven bewahren.
2 Abschläge und Grüntreffer später hatten beide Spieler eine ähnliche Situation wie am Loch zuvor.
Wendlohe muss lochen – tut es aber nicht.
Rapha reichen 2 sichere Putts zum Sieg – und nervenstark legt er gleich den ersten tot ans Loch – FINALE!

Unfassbar, ohne Worte – nur noch glückliche Gesichter…
Hätten wir nicht am nächsten wieder spielen müssen, säßen wir wohl noch immer auf der Clubterrasse…

Das FINALE:

Ist (fast) kurz erzählt, denn der auf dem Papier wirklich übermächtige Gegner (mit 0 und sogar +Hcps bestückt) schien in den drei Vierern am Vormittag und sechs Einzeln am Nachmittag doch eine Nummer zu groß für uns.
Aber das hatten wir ja am Samstag auch gedacht ;-)

Dennoch war das Team beflügelt und extrem heiß darauf, hier für die nächste faustdicke Überraschung zu sorgen.
Erwähnenswert auch an dieser Stelle wäre, dass wir auch am Sonntag von 6 Caddies (aus verschiedensten Mannschaften) unterstützt wurden und am Nachmittag sogar einige interessierte Pinnauer Zuschauer anwesend waren – VIELEN DANK!

Und gleich am Vormittag musste der HGC (Falkenstein) sein ganzes Können aufbieten, um uns zu bezwingen.
In einem hoch dramatischen, hochklassigen Match mussten sich Julian & Martin (Hcp 6 und 5) erst an der 18 geschlagen geben.
Die Gegner waren dabei vom Hcp her nur knapp besser (+2,7 und 0,0)… ;-)
Auch ein weiterer Vierer schaffte es bis zum 18. Loch, doch auch hier blieb leider die Überraschung knapp aus.

Mit einem 0:3 ging es also am Nachmittag weiter und es war klar, dass wir für einen Sieg nun 5 von 6 Einzeln gewinnen mussten – diese Aufgabe war am Ende dann leider nicht machbar. Achtbare 1,5 Punkte hatten wir jedoch am Ende auf unserer Seite und waren somit auch die einzige Mannschaft, die dem HGC im Final-8 überhaupt Punkte abgenommen hatte.

Statt nach einer Niederlage lange Gesichter zu machen, strahlten an diesem Sonntag ausnahmsweise auch die Verlierer, denn wir hatten mehr erreicht, als wir uns erhofft hatten. Respektvoll wurde unsere Leistung dann auch bei der Siegerehrung von den Falkensteinern gelobt, die zusätzlich noch eine nette Getränkerunde für uns parat hatten. Danke dafür.

Ein großes Dankeschön möchten wir auch dem Club (Geschäftsführung und Sekretariat), unserer Spielführerin (für Deinen unermüdlichen Caddie-Einsatz) und der gesamten Platzmannschaft aussprechen, die es an diesem verregneten Wochenende überhaupt erst möglich machten, dass überhaupt gespielt werden konnte.

Und noch einmal Danke unseren Caddies:
Thorsten Piehl, Thomas Falter (AK 30), Magda Overmann, Steffi Lehn (Damen), Christoph Karl, Thomas Mahler, Frank Prenger, Stefan Loeptien (alle AK50), Nick Neukirchner (Herren)!
Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen…

Eine wirklich tolle und aufregende Saison mit der (neuen) AK-30 ist nun vorbei und wir sind sehr stolz auf das Erreichte. Ausruhen werden wir uns allerdings nicht. Nächstes Jahr wird wieder angegriffen – versprochen!

Eure Captains, Olli & Fabs