PINNAU-NACHWUCHS SUCHT PATEN

15.02.2016 | Nils Scheller | Kategorie(n): Club, Jugend

Franca Fehlauer und Martin Korn brennen für den Nachwuchs An der Pinnau. Die 42 Jahre alte angestellte Trainerin und Betriebswirtin koordiniert die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen,  der 49-Jährige  kam erst durch seinen elfjährigen Sohn Lasse zum Golf und engagiert sich in seiner Freizeit ehrenamtlich als Jugendwart. Die Zusammenarbeit mit drei umliegenden Schulen und die Betreuung der Kids im Club liegen den beiden besonders am Herzen.

Auf dem Herzen haben Sie u.a. die zum Teil fehlende Akzeptanz der Nachwuchsarbeit  – besonders bei älteren Erwachsenen, welche selbst keine (Enkel-)Kinder im Golf-Club haben. Auf der anderen Seite engagieren sich zum Beispiel beim Sommercamp viele freiwillige Helfer, nun suchen Fehlauer und Korn noch Paten für die Betreuung im Alltag. Zum Beispiel beim Montagsmasters, wenn die jungen Golfer sich oft erstmals zum Turnier anmelden – ein Begleiter zum Zählen, Regeln erklären und Tränen trocken wäre ideal.

Sie haben in den vergangenen Jahren einiges in der Jugendarbeit geleistet, wie weit sehen Sie sich?

F.F.: Innerhalb der Jugendabteilung könnte die Stimmung nicht besser sein. Zum Saisonabschluss hatten wir 15 Flights bei richtig schlechtem Wetter zusammen, die Eltern waren dabei und unterstützen uns sehr.

M.K.: Die Jugendarbeit ist so wichtig. Über den Nachwuchs treten auch Eltern in den Club ein. So war es bei mir auch. Es geht nicht nur um Leistungssport, sondern auch um Breitensport.

Bekommen Sie im Club genug Unterstützung?

F.F.: Wir wünschen uns noch mehr Akzeptanz und aktive Unterstützung, besonders von den älteren Erwachsenen. Es ist so herzerfrischend, zu sehen, was für eine Freude die Kinder beim Golfspielen haben, und auch wie dankbar sie für Unterstützung sind, denn diese gibt es bei uns im Golf-Club natürlich auch jetzt schon in vielen Bereichen. Manche Kinder spielen besser Golf als Erwachsene. Leider trauen sich einige nicht alleine auf den Platz, haben zu viel Angst etwas falsch zu machen. Ich hatte als Kind selbst sehr viel Glück, weil meine Eltern oft mit mir in Großflottbek auf den Platz gegangen sind. Aber das haben nicht alle Kinder. Wenn ein Erwachsener dabei ist, werden Kinder nicht so oft angeflaumt.

M.K.: Wir könnten uns Paten vorstellen, die junge Flights bei Turnieren unterstützen oder einfach nachmittags mit Kindern auf den Platz gehen.

Es gibt auch Mitglieder, die sich auf der Terrasse oder auf dem Puttinggrün manchmal von Kinderlärm gestört fühlen.

F.F.: Das kann ich gut verstehen. Aber ich denke da immer an ein afrikanisches Sprichwort, das lautet: Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf. Ich versuche es den Kindern zu sagen, wenn sie einmal zu laut sind. Das können andere Mitglieder auch gern tun, und ihnen zum Beispiel am Besten auch gleich spontan eine kleine Aufgabe stellen (Chip- oder Putt-Contest). Ich habe selbst drei Söhne und kenne die Situationen gut.

Was ist ihre inhaltliche Herangehensweise neben dem normalen Golftraining?

F.F.: Wir wollen den Sport altersgerecht umsetzen, ihn so stark es geht als Mannschaftssport betreiben. Bei einem Teamgedanken identifizieren sich Jugendliche viel mehr mit dem Verein, der ein Anker sein soll. Sie sollen sich an der Pinnau einfach wohlfühlen. Bei den Mädchen ist uns das schon geglückt, sie haben eine gute Bindung. Wir planen einen Vergleichswettkampf mit Treudelberg – da wollen wir zum Einstieg ins Wettkampf-Erlebnis Vierer spielen. Dazu achten wir auf die Fitness, es wird nicht nur gegolft.

M.K.: Wichtig sind da gemeinsame Unternehmungen – Ausflüge mit Übernachtungen. In diesem Frühling fahren wir mit der AK 12 und 14 unserer Jungen zum ersten Mal zur Übernachtungsreise nach Winston Golf bei Schwerin. Wir haben schon 13 Anmeldungen für die Wochenendreise. Übernachtet wird in der Jugendherberge.

Vielen Dank für das angenehme Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit unserer Jugend!

 – Das Gespräch führte Britta Körber