Interview mit dem neuen Geschäftsführer An der Pinnau

19.01.2013 | Nils Scheller | Kategorie(n): Club

Ein Montag im Januar An der Pinnau. Der Platz ist vom Schnee mit einer Zuckerschicht überzogen, wenige Golfer wagen sich auf die Bahnen. Die Gastronomie ist geöffnet, die Gäste an einer Hand abzuzählen. Im Sekretariat halten bestimmt alle Winterschlaf.

Weit gefehlt. Der Nachfolger von Geschäftsführer Christoph Lampe, der sich Ende des vergangenen Jahres Richtung Flottbek verabschiedet hat, wühlt sich durch Dateien und Ordner.

Nils Scheller war schon um 7.15 Uhr da und ist es um 18 Uhr immer noch. Dabei wartet zu Hause der erst einen Monat alte Mats auf den 32 Jahre alten Sportökonom. Zuvor hat er vier Jahre verantwortlich auf der GolfRange in Oststeinbek und ein Jahr in Augsburg gearbeitet. Der gebürtige Pinneberger kennt die Pinnau sehr gut, sein Handicap schwankt zwischen sieben und acht. Nur die Zeit für ausgiebige Golf-Runden wird er vorerst nicht haben.

B.K.: “Können Sie es nicht ruhig angehen lassen in der Winterzeit? Normalerweise werden in einem Golfclub doch im Sommer die Überstunden angesammelt.”

Scheller: “Nein, ich muss mir einen Überblick verschaffen und alle Zusammenhänge auf der Geschäftsstelle begreifen. Einige Arbeitsbereiche sind neu, bei der GolfRange hat zum Beispiel die Betreibergesellschaft die Buchhaltung übernommen. Hier muss ich mich damit beschäftigen. Auch der große Mannschaftsbetrieb kommt neu hinzu, der war bei der GolfRange noch nicht so etabliert. Neu sind für mich auch die ehrenamtlichen Strukturen.

B.K.: “Müssen Sie sich da umstellen?”

Scheller: “Ja, in einem Mitglieder-geführten Verein gibt es mehr Entscheidungsträger, die Prozesse dauern etwas länger. Ich muss die Ausschüsse und Strukturen zunächst erst kennenlernen.”

B.K.: “Gibt es schon Ziele, die sie sich vorgenommen haben?”

Scheller: “Ja, in erster Linie die Pinnau als mitgliederstärksten Club im Hamburger Golfverband zu etablieren. Die Altersentwicklung spricht nicht nur beim Golf dafür, dass wir älter werden. Es gibt eine natürliche Fluktuation. Wir müssen Nachschub finden. Der Club hat eine sehr angenehme Atmosphäre und gleichzeitig sportliche Ambitionen. Hier ist man willkommen. Zudem hat sich der Club auf die Fahne geschrieben, die Jugendarbeit zu professionalisieren. Der Deutsche Golfverband hat nun wie im Tennis ein Ligensystem mit mehreren Spieltagen etabliert. Das ist gut für unsere Spieler, bedarf aber deutlich mehr Aufwand.”

B.K.: “Ist die Geschäftsstelle ausreichend besetzt für diese Anforderungen?”

Scheller: “Die Personaldecke in der Verwaltung ist dünn. Zwei Vollzeitkräfte, eine Teilzeitkraft und ein Azubi, das ist für eine 27-Loch-Anlage nicht viel. Aber zu meinen Stärken zählte es in der Vergangenheit, Abläufe effizient zu regeln. Außerdem bin ich ganz gut organisiert und plane gern. Da bin ich zuversichtlich, dass wir als Team hier auch in Zukunft alles gut hinbekommen.”

B.K.: “Sie kommen aus Pinneberg, Ihre Eltern wohnen noch dort. Ist es für Sie ein wenig wie nach Hause kommen?”

Scheller: “Ja, ich war lange weg, habe in Bayreuth studiert und wohne inzwischen mit meiner Familie im Hamburger Osten in Wandsbek-Tonndorf. Wir würden gern dichter an die Pinnau ziehen, möglichst mit guter Bahnanbindung nach Hamburg. Meine Frau ist Lehrerin und will nach der Elternzeit wieder arbeiten.”

B.K.: “Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg bei Ihrer neuen Aufgabe.”

Scheller: “Ich bedanke mich ebenfalls für das sehr angenehme Gespräch. Außerdem möchte ich die Gelegenheit nutzen mich bei allen Mitarbeitern und Mitgliedern, die ich bisher kennenlernen durfte, für die nette Begrüßung hier im Club zu meinem Dienstantritt zu bedanken!”

Das Gespräch führte Frau BRITTA KÖRBER