Hightech an der Pinnau – das PINNAU-PERFORMANCE-CENTER von David Britten

12.02.2016 | Nils Scheller | Kategorie(n): Club, Proshop

David Britten hat in einem alten Bauernhaus im Golfclub an der Pinnau eine Diele zu einer 100 Quadratmeter großen Indoor-Trainingshalle umgestaltet. Bilder von Stars wie Martin Kaymer, Rory McIlroy und Ian Poulter sollen für Ryder-Cup-Flair sorgen. Ein Vierteljahr werkelte der Trainer mit Handwerkern an dem Projekt, das er PINNAU PERFORMANCE CENTER nennt.

Das Putting-Grün am Eingang mit Spezial-Kunstrasen misst 4 x 5,30 Meter, der Abschlagbereich 4,80 x 3,30 Meter. Mehrere Kilometer Kabel wurden von einer englischen Firma verlegt, die sich auf solche Anlagen und ihre Software spezialisiert hat. Drei Kameras nehmen den Golfschwung von allen Seiten auf, große Scheinwerfer beleuchten eine überdimensionale Leinwand, auf der fast 500 Bilder pro Sekunde abgespult werden. Eine Hightech-Weste misst die Oberkörperrotation, die Druckmatte zeigt an, ob das Gleichgewicht beim Golfschwung richtig verlagert wird. Mit einem winzigen Ultraschallgerät am Putter können minimalste Schwungveränderungen gemessen werden.

Ab Januar ist die neue Trainingsstätte für Spieler jeder Handicap-Klasse fertig – Heizstrahler sorgen auch in den Wintermonaten für Wohlfühl-Atmosphäre. Übungsstunden für bis zu drei Golfer können über die Website www.davidbritten.de gebucht werden.

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Mit einem riesigen Aufwand haben Sie besonders für den Winter eine neue Trainingsmöglichkeit geschaffen. Lohnt sich das?

Britten: Mehr Hightech geht wirklich nicht. Das ist einmalig in Hamburg und ich glaube nicht, dass es so eine Technik in Deutschland schon gibt. Ich hatte keine Lust, das halb zu machen. Der Raum ist zunächst für zehn Jahre gepachtet. Es ist für mich ein Großprojekt, das sich über die Zeit finanzieren soll.

Andere Golftrainer reisen im Winter mit Gruppen in südliche Gefilde, wollen Sie nur noch hier trainieren?

Britten: Das ist der Hauptgrund, warum ich das mache. Ich bin eigentlich nicht gern weg, ich bin gern hier. Bis minus zehn Grad können wir nun richtig trainieren. Auch abends will ich zwei Mal pro Woche Stunden bis 21 Uhr für Berufstätige anbieten. Ich habe schon Anfragen von kleinen Gruppen, die gern im Winter kommen wollen. Dazu werde ich sehr viel Mental-Coaching anbieten, Seminare mit fünf bis acht Teilnehmern sind geplant.

Ist das Angebot nur für bessere Spieler?

Britten: Nein, alle wollen sich doch verbessern. Es ist ein kleines Leistungszentrum. Ich liebe das, zu analysieren, wie der Körper arbeitet. Ich weiß, wie wichtig das ist für Golf. Wenn man mehr Informationen hat, kann man mit wenig Aufwand 10 bis 15 Prozent mehr Schlägergeschwindigkeit herausholen. Es gibt kein Versuch und Irrtum mehr, wir wissen dann, wo der Powerverlust ist.

Der technische Aufwand ist enorm, wie schwer ist die Auswertung der Daten?

Britten: Seit Jahren habe ich mir immer mehr Ausrüstung zugelegt, konnte sie aber zum Teil gar nicht richtig nutzen. Das meiste habe ich im Frühjahr auf der Golfmesse in Orlando/Florida gekauft. Dort fahre ich jetzt auch wieder für eine Fortbildung hin. Ich werde viele neue Aspekte anbieten können, trainiert wird mit guten Bällen. So können Schüler auch ihre eigenen Bälle mitbringen und wir testen, welche Marke am besten hinhaut. Das gilt auch für Schlägertests. Aber ich will nichts verkaufen, es geht mir um den Schwung. Für die Drives habe ich einen Metallsticker für die Bälle, der den Spin misst.

Kann es für die Mannschaften an der Pinnau ein Vorteil sein, in der kalten Jahreszeit nun eine neue Trainingsstätte zu haben?

Britten: Die Oberliga-Mannschaft kann sich extrem viel besser vorbereiten als bisher. Ich will auch Aufzeichnungen von der Golf-Bundesliga zeigen, dabei können einige gleichzeitig putten. Auch die Damen können das Center mit ihrem Trainer Thomas Becker nutzen. Die technischen Grundlagen sollen gelegt sein, wenn die Draußen-Saison beginnt. Das gilt auch für den Hobbygolfer: Im Winter am Schwung feilen, ab April in den Spielmodus wechseln.

Sie haben acht Jahre im Club zur Vahr in Bremen unterrichtet, neun Jahre an der Wendlohe und gehen nun in ihr achtes An der Pinnau. Wollen Sie mit diesem Projekt für immer bleiben?

Britten: Das ist das Ziel. Jetzt kann ich arbeiten, wie ich es immer wollte. Ich werde erst in zwei Jahren 50, aber wenn ich kann, bleibe ich bis zur Rente hier.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit dem neuen Pinnau Performance Center!

– Das Interview führte Britta Körber –