Effektive Trainings- und Rundentipps im Seminar von David Britten

19.11.2013 | Nils Scheller | Kategorie(n): Club

«Mensch, putte ich heute schlecht.

So schlecht habe ich noch nie geputtet.

Selbst meine Mutter kann besser putten.

Ich bin der schlechteste Putter der Welt.»

 

Seit fast 20 Jahren beschäftigt sich David Britten mit dem mentalen Bereich des Golfspiels. «Das Geheimnis liegt manchmal nicht auf der Range», sagt der Trainer in Teil 1 seines Seminars «trained brain» im Golfclub An der Pinnau.

Es geht darum, sich bewusst zu machen, was man auf dem Platz wirklich tut. Gedankenketten zu unterbrechen, wenn sie einen immer mehr herrunterziehen.

«Man muss einen schlechten Schlag akzeptieren und darf keine Angst vor der Blamage haben», meint Britten.

Die Furcht, ins Wasser zu schlagen oder einen Drive zu verziehen und alle Umstehenden lachen, blockiere viel zu sehr mit negativen Gedanken: «Man muss frei sein für Gutes».

Leicht gesagt. Ganz wichtig zur Vermeidung dieser Fehler in der Herangehensweise sei die ständig wiederkehrende Vorbereitung auf einen Schlag, die sich jeder selbst zurechtlegen sollte. Und die dann zur Routine wird. Eine Routine, über die man nicht mehr nachdenkt, die automatisiert abläuft. Bei der man sich nicht ablenken lässt von Geräuschen wie Mähdreschern, Zuschauern, Mitspielern oder einfach lauten Flugzeugen oder Vögeln.

Wenn etwas in der eigenen Wahrnehmung aber zu sehr stört, sollte die Schlagvorbereitung abgebrochen werden.

Und dann ganz neu wieder aufgenommen werden.

Britten geht es auch um die Körpersprache der Golfer. Wie selbstbewusst gehe ich über den Platz? Traue ich mir nach drei schlechten Schlägen und ein paar Strichen gar nichts mehr zu?

Die Selbstkorrektur ist das Wichtigste, denn Amateure haben selten einen vertrauten Caddie, der eingreifen könnten, wenn es nicht läuft.

Mehr als 30 Pinnauer hörten gebannt zu, als Britten in Video-Einspielungen auf die Schwächen der Profis hinwies. So war ein verzweifelter Sergio Garcia zu sehen, der nervös und ungeduldig den Sieg bei der British Open verspielte. Seine Körperhaltung glich nicht der eines Winners.

Auch die Stärken wurden deutlich. So wie bei Tiger Woods, dem mental wohl Stärksten auf der Welt. Er zieht die Zuschauermassen an, versucht aber stets ruhig am Ball zu bleiben.

Beim zweiten Teil des Seminars, am 4. Dezember um 1900 Uhr, werden die Ideen und Ratschläge für Range und Platz vertieft.

Auch, wer Teil 1 verpasst hat, ist herzlich willkommen!

Autorin: Britta Körber