Diesen Artikel wollen wir Ihnen nicht vorenthalten …

07.06.2019 | Sekretariat | Kategorie(n): Club

Unser langjähriges Mitglied, Heiner Reichelt, schreibt wunderbar, oft auch über den GC An der Pinnau e.V.
Den folgenden Artikel aus seinem Golfblog www.reichelts-runde.com möchten wir gerne mit Ihnen teilen. Viel Spaß beim Lesen.

Die Männer haben einen klangvollen Namen: Voltaren-Truppe!

Der Name sagt einiges – nämlich, dass die Jungs nicht mehr die Jüngsten sind. Und dass es schon mal knackt in den Gelenken.
Stimmt! Aber der Name sagt nicht alles!
Die Voltaren-Truppe, über die ich in meinem Heimatclub An der Pinnau spreche, sind ganz besondere Kerle.

 

Alle über 70, klar.

Jeder hat eine gewaltige Lebensleistung hinter sich!

Sie haben große Unternehmen gemanagt. Sie haben mit Millionen jongliert. Sie sind von Büro zu Büro um die Welt gejettet, als es noch keine lässigen Skype-Konferenzen gab. Sie haben Innovationen geleistet, als das Wort Innovation noch kein kreatives Modewort war. Sie haben Restaurants organisiert und erfolgreich Familiengeschäfte geleitet. Sie haben Menschen zu Karrieren, Familien zu Häusern im Grünen verholfen. Sie haben als Arzt gearbeitet, Krankheiten diagnostiziert und so manches Leben, (auch das meiner Frau Katrin…) gerettet!

Jeder von ihnen hat eine Lebensleistung vollbracht, vor der ich respektvoll den Hut ziehe. (Und das mache ich wirklich nicht oft).

Es sind alles Männer mit Verstand.

Aber es sind auch Männer mit persönlichen Schicksalen.

Der eine hat viel zu früh seine Frau verloren. Der andere kämpft gegen die schreckliche Geißel namens Krebs. Der andere mußte sich zu recht um die Gesundheit seiner Kinder sorgen.

Ich gehöre nicht zu ihnen, aber ich fühle mich ihnen verbunden. Innerlich verbunden.

Natürlich, weil wir alle der gleichen Golf-Leidenschaft frönen, aber da gibt es für mich noch einen weiteren Grund, den ich im Laufe der Jahrzehnte, in denen ich diese Kerle alle kenne, immer wieder an ihnen erlebt habe.

Es sind nicht nur Männer mit Verstand – es sind auch Männer mit Herz.

Und zwar mit einem großen Herzen.

Erst gerade ist mir das wieder aufgefallen, und genau deshalb schreibe ich diese Gedanken auf.

Ganz zufällig – und wie nebenbei – erzählte mir einer von ihnen, dass er vor ein paar Tagen Geburtstag gehabt hat. Ich weiß, dass es vor Jahren nicht selbstverständlich war, dass er diesen oder jenen Geburtstag überhaupt noch erleben würde…

Und dabei erzählte er mir, dass die Truppe anläßlich eines jeden Geburtstages einen ‚kleinen Obolus‘ in die Kasse werfen würde. Dann käme dieses gesammelte Geburtstags-Geld in einen Briefumschlag. „…und den kriegen dann unsere Greenkeeper. Die machen einen so guten Job, und wir hoffen, dass sie sich über so einen kleinen Zuschuss, den sie alle verdient haben, außer der Reihe freuen…“

 

Welch eine wunderbare Geste!

Ich war total gerührt.

Und ich werde (nicht nur mit Hilfe dieses Blogs…) auch meine Golffreunde in all ihren Golfclubs animieren, dieser Geste unserer Voltaren-Truppe zu folgen.

Ja, die Greenkeeper.

Wikipedia, das moderne digitale Nachschlagwerk, beschreibt Greenkeeper mit diesen Worten: „Ein Greenkeeper ist eine Fachkraft für die Instandhaltung und Bewirtschaftung von Rasensportplätzen wie z. B. für Fußball, Golf, Hockey und Polo. Er unterscheidet sich von einem Platzwart im Allgemeinen dadurch, dass dieser in der Regel nicht hinreichend über erforderliche Spezialkenntnisse zur hochkomplexen Pflege von Rasenflächen, insbesondere im Profisport, verfügt.“

Treffende Worte – ich sag’s noch einmal einen Tick persönlicher: Die Greenkeeper und Greenkeeperinnen sind die Menschen, die unseren Spielplatz, unsere Spielwiese so behandeln, dass wir Freude am Spiel haben. Dass wir gern unseren Golfclub ansteuern. Dass wir uns dort wohl fühlen.

 

Sie schneiden Grüns, Fairways, Roughs und Semiroughs auf eine ganz bestimmte Länge.

Sie füllen die Bunker mit Sand und mähen die Kanten ordentlich.

Sie kümmern sich um Wasserhindernisse und um Teiche.

Sie pflegen die Driving-Range, Putting-und Chippinggrüns.

Sie aerifizieren und besanden die Grüns.

Klar, sie haben zur Unterstützung Radlader, Sämaschinen und sauteure Schneidemaschinen im Einsatz – aber wie oft sehe ich, dass sie nicht auf dem Bock sitzen, sondern ihren Rücken quälen, während sie Unkraut jäten…

Und das alles an 52 Wochen im Jahr. Bei Wind und Wetter.

Ich könnte noch mehr sagen, stattdessen sage ich nur danke.

Danke all den Greenkeepern und Greenkeeperinnen in allen Clubs der Welt für ihre Arbeit.

Danke an die Voltaren-Truppe, die ein großes Herz zeigt, und mich auf eine grandiose Idee gebracht hat.

Wie heißt es doch so schön: Nächstenliebe muss man nicht nur schreiben können, Nächstenliebe muss man leben.