Die neuen Golfregeln- Volkers Regelecke (6)

10.05.2019 | Daniel Schlüter | Kategorie(n): Club, Regeln

Tatort Penalty Area (PA)

Die PA hat eine der wichtigsten und umfangreichsten Definitionen (fast 2 Seiten lang), die Ihr lesen und verstehen solltet, wenn Ihr mal 1 Stunde Zeit habt. Die zuständige Golfregel befindet sich unter der Nr. 17.

Hinter dem Begriff PA verbergen sich nicht nur die bisherigen Wasserhindernisse (fast 95% auf unserem Platz) wie PA-Teiche oder PA-Gräben, sondern auch andere Bereiche des Platzes wie hohes PA-Rough, PA-Wald oder PA-Schlucht, wenn der Spielausschuss es so festlegt, um zu vermeiden, unnötig viel Zeit für die Suche nach einem verschwundenen Ball in diesen Bereichen opfern oder gar den Gang nach Canossa zurück zur Stelle des letzten Schlags antreten zu müssen.

Selbstverständlich könnt Ihr natürlich auch den innerhalb von 3 Minuten gefundenen Ball ohne penalty (Strafe) weiterspielen, wenn Euch danach zumute ist und Ihr wisst (oder auch nicht), dass seit Januar 2019 in diesem Bereich straflos der Boden mit dem Schläger berührt und loser Naturstoff beseitigt werden darf.

Aber Vorsicht dabei, liebe Leute!

Als Warnung möchte ich Euch eine wahre Begebenheit der jüngsten Zeit vor Augen führen und damit gleichzeitig eine der schwierigsten Golfregeln (Regel 17.2) möglichst einfach erklären.

Ein Spieler weiblichen Geschlechts (hätte auch männlich sein können, war sie aber nun mal nicht) (ver)schlägt den Abschlag auf unserem längsten Par 3-Loch A8 in Richtung Teich links vor dem Grün. Unter großem innerlichen Jubel findet sie ihren Ball im nackten Sand des neu angelegten Teichs liegend, völlig unbehindert von jeglicher Vegetation wie vor dem Kahlschlag, allerdings abhängend zum Wasser des Teichs. Ohne unangemessene Verzögerung greift sie sich eine Wedge aus ihrem Bag, Marke oder Loft unbekannt, bezieht Stellung und schlägt den Ball unwiederbringlich in das Wasser des Teichs. Anschließende Kraftausdrücke wie Sch… sind nicht verbrieft. Sie holt sich einen zweiten Ball und droppt ihn an derselben Stelle im Sand, wo er sich dann, wie zu erwarten war, unangenehm und fast unspielbar tief einbohrt. Nach Zeugenaussagen erstarrt die Dame schockgefrostet zur Salzsäule und bittet mit ihren Augen (wat nu?) flehentlich um Hilfe. Hier ist meine (zu späte) Hilfe:

  1. Findet Ihr den Ball in der PA, überlegt bitte immer zuerst, wo der letzte Kreuzungspunkt ist und wo Ihr am besten außerhalb der PA droppen könnt, bevor Ihr die Variante „spielen den Ball wie er liegt“ in die nähere Auswahl zieht, denn meistens ist der Boden in der PA nicht auf Fairwayhöhe geschnitten.
  2. Spielt Ihr den Ball wie in unserem Fall die Dame dennoch und schafft es nicht, aus dem PA-Bereich heraus zu kommen (in ca. 70% der Fälle), könnt Ihr wie die Dame den Ball mit Strafschlag und Distanzverlust von derselben Stelle in der PA droppen und spielen (=4.Schlag)
  3. Wahlweise könntet Ihr auch gleich außerhalb der PA z.B. seitliche Erleichterung mit einem Strafschlag nehmen und spielen (=ebenfalls 4. Schlag)
  4. In unserem Fall der schockierten Dame nach dem Droppen in der PA hätte sie sich entscheiden sollen, den unspielbar an alter Stelle gedroppten Ball aufzunehmen und außerhalb der PA seitliche Erleichterung zu nehmen und zu spielen (= 5. Schlag, 3 echte Schläge, 1 Strafschlag für Droppen an alter Stelle in der PA, 1 Strafschlag für Erleichterung außerhalb der PA).

Übrigens könnt Ihr alle Regelecken gesammelt nachlesen, indem Ihr auf der Pinnau-Homepage „News“ und anschließend „Regeln“ anklickt.