Die neuen Golfregeln- Volkers Regelecke (4)

11.04.2019 | Daniel Schlüter | Kategorie(n): Club, Regeln

Da ich annehme, dass Ihr mit dem bisher vermittelten Regelwissen gut versorgt, aber nicht überfordert seid, möchte ich nachfolgend noch einige Leckerlies verteilen, die Euch speziell beim Spielen auf unserem Platz munden könnten. Dabei werde ich weiterhin auf die Nennung von nackten Zahlen der neuen Paragraphen verzichten, da ich diese selbst noch nicht verinnerlicht habe und z.Zt. schwer damit kämpfe, die alten Regel-Nummern (ca. 1.500 an der Zahl) von meiner Schädel-Festplatte zu löschen.

Zunächst noch der Rest von 5 Situationen mit eingebauter Falle, wenn Ihr meint, nach den uralten statt nach den ofenfrischen Regeln verfahren zu müssen.

16) Ein beschädigter Schläger in Folge eines Wutausbruchs oder eines völlig normalen Schlags darf auf der Runde nicht (mehr) ausgetauscht, aber weiterhin benutzt werden.

17) Trifft dein Ball im Lochspiel den Gegner („Aua!“) oder dessen Ausrüstung, muss der Ball straflos gespielt werden wie er liegt, ohne die bisherige Option der Schlagwiederholung.

18) Ein lediglich verschrammter oder verfärbter Ball gilt nicht als spielunbrauchbar und darf nicht (mehr) ausgetauscht werden.

19) Die Suche nach dem Ball muss redlich, d.h. in angemessener Weise ablaufen, sonst droht die Grundstrafe, wenn die Bedingungen für den nächsten Schlag verbessert werden sollten, z.B. durch übermäßiges Runtertrampeln oder Knicken von Vegetation („das kannst du knicken!“).

20) Das Prinzip bekannt oder so gut wie sicher findet Anwendung, wenn der Ball in einem bestimmten Bereich des Platzes gestrandet ist oder sein könnte, wie in einer Penalty Area, einem Wetterhäuschen, in einem Tierloch, in zeitweiligem Wasser oder im Schnabel einer Krähe. Die bisher angesetzte mehrheitliche Wahrscheinlichkeit (50%+) gilt nicht mehr und ist ersetzt worden durch mindestens 95%, um jeden noch bestehenden Zweifel möglichst gering zu halten.

In den weitaus meisten Fällen, gerade auf unserem Platz, steht Ihr vor dieser Einschätzung, wenn Euer Ball ausnahmsweise mal die optimale Spielrichtung verlassen und Kurs auf ein erfrischendes Bad in einer Penalty Area genommen hat. Wird Eure Einschätzung, dass der Ball so gut wie sicher in der Penalty Area sein muss, von dem Zähler oder anderen Spielern geteilt, könnt Ihr guten Gewissens nach der Regel für eine rote Penalty Area weiterspielen und Euch den Gang nach Canossa 240 m zurück zur Stelle des letzten Schlags ersparen.

Abschließend möchte ich noch kurz auf eine Neuheit eingehen, die auch in den Definitionen (Ihr wisst schon, die wärmstens ans Herz gelegten!) geregelt ist, nämlich die Spielverbotszone (oder no play zone). Eigentlich sagt der Name schon genug aus, aber vielleicht sind noch einige Ergänzungen sinnvoll, soweit sie unseren Platz betreffen. Im Übrigen rate ich allen Pinnauern, unsere ebenfalls ofenfrischen permanenten Platzregeln zu studieren und zu verdauen, no deal!. Das Gleiche gilt für die Platzregeln aller fremden Plätze, die Ihr in dieser Saison erstmalig bespielen werdet.

Bei uns gibt es z.Zt. nur 3 Arten von Spielverbotszonen zum Schutz von Bestandteilen des Platzes:

  • Durch Seile/Stützpfähle gekennzeichnete Neu-Anpflanzungen innerhalb und außerhalb von Penalty Areas
  • Durch weiße Pfähle mit grünem Top gekennzeichnete Aus-Biotope links der Bahnen C4/C5
  • Alle 27 Wintergrüns in der Saison, gekennzeichnet durch blaue Pfähle mit grünem Top.

Nun sage noch einer, Golf spielen mache keinen Spaß wegen der blöden Regeln!