Die neuen Golfregeln- Volkers Regelecke (3)

04.04.2019 | Daniel Schlüter | Kategorie(n): Club, Regeln

Die ersten Erfahrungen auf den Professional Tours haben gezeigt, dass die Spieler selten Probleme mit den neuen Regeln haben und meistens die Kenntnis der alten Regeln ausreichend ist. Für uns „normale Amateure“ bedeutet dies, dass wir ohne Angst oder Ehrfurcht in ein Wettspiel gehen können (auch wenn kein Referee verfügbar ist) mit dem Ziel, den Ball auf den Fairways zu halten und im Zweifel einen Regelball zu spielen. Dazu ein Beispiel:

Dein Ball liegt in einer Penalty Area unglücklich direkt hinter einem roten Pfahl, der deinen Schwung mächtig behindert. Bevor (nachher ist zu spät) Du Deinen nächsten Schlag machst, sagst Du Deinen Mitspielern, dass Du 2 Bälle spielen möchtest, um die Spielleitung entscheiden zu lassen, ob Du den Pfahl zwecks Erleichterung herausziehen darfst oder nicht. Du verkündest, dass der Ball mit Erleichterung zählen soll, ziehst den Pfahl heraus und machst den nächsten Schlag ohne Schwungbehinderung. Anschließend stellst Du den Pfahl zurück, legst einen 2.Ball an dieselbe Stelle hinter den Pfahl und spielst beide Bälle zu Ende. Beide Ergebnisse für das Loch müssen auf der Scorekarte eingetragen werden (auch wenn sie identisch sind!) zwecks Entscheidung durch die Spielleitung vor Abgabe der Karte. Das Ergebnis mit dem gewählten Ball ohne Behinderung (d.h. der Pfahl darf auch in einer Penalty Area entfernt werden) zählt für das Loch, egal ob niedriger, gleich oder höher als mit dem 2. Ball.

5 weitere Regeländerungen, die man im Vergleich zu den alten Regeln zwecks Vermeidung von unnötigen Nachteilen kennen muss:

11) Nimmst du Erleichterung nach einer Regel in Anspruch, muss der Ball nach dem Droppen im vorgegebenen Bereich aus Kniehöhe, z.B. innerhalb von 1 oder 2 Schlägerlängen, den Boden in dem Bereich treffen und anschließend darin zur Ruhe kommen. Falls nicht, was wegen der geringen Fallhöhe selten vorkommt, muss der Vorgang straflos wiederholt werden. Passiert dann das Gleiche noch einmal, muss der Ball gelegt werden, und zwar genau an die Stelle, wo er beim zweiten Droppen den Boden getroffen hat. 2 Strafschläge nach Spielen von außerhalb des Bereichs =vom falschen Ort, 1 Strafschlag nach Spielen von innerhalb, aber Droppen außerhalb des Bereichs.

12) Der Ball auf dem Grün und anderswo darf nur mit einem künstlichen Gegenstand markiert werden. Markieren mit einem Naturstoff, z.B. mit einer leckeren Banane, ist künftig verboten und  kostet 1 Strafschlag.

13) Trifft dein Putt ein bewegliches Hemmnis in Ruhe oder in Bewegung auf dem Grün, z.B. eine Scorekarte oder Zigarettenschachtel, muss der Schlag straflos wiederholt werden. Spielen den Ball wie er liegt (wie bisher) kostet 2 Strafschläge (in dem Regelbuch als Grundstrafe bezeichnet) für Spielen vom falschen Ort.

14) Allerdings, trifft dein Putt einen Naturstoff, wie Blätter oder Zweige, in Ruhe oder in Bewegung auf dem Grün, muss der Ball gespielt werden wie er liegt.

15) Eine straflose Erleichterung wird nicht mehr gewährt für einen nach dem Droppen eingebetteten Ball im gesamten Gelände, d.h. Ball spielen wie er liegt oder für unspielbar erklären.

Zum guten Schluss wieder mal eine unserer beliebten Definitionen:

Schlägerlänge Die Länge des längsten der Schläger im Bag (mit Ausnahme des Putters), die vom Spieler während der Runde eingesetzt werden. Ist z.B. der längste Schläger ein Driver mit 43 Zoll (ca. 109 cm), so beträgt eine Schlägerlänge auf dieser Runde für dich ca. 109 cm. Übrigens, die maximal mögliche Länge eines Drivers nach den Regeln der Ausrüstung beträgt 48 Zoll (ca. 121 cm). Schlägerlängen werden verwendet, um die Tiefe des Abschlags für den Spieler an jedem Loch zu definieren und um den Erleichterungsbereich für den Spieler festzulegen, wenn nach einer Regel Erleichterung genommen wird.