Der Regelopi – Hurra, Entfernungsmesser sind erlaubt, aber…

20.05.2012 | Sekretariat | Kategorie(n): Club

Geräte zum Messen von Entfernungen, z.B. ein geeichtes Maßband zum Feststellen von Balllagen nearest to the pin, sind künstliche Hilfsmittel, deren Benutzung in den Golfregeln strengstens verboten ist und deshalb mit Disqualifikation geahndet wird. Dahinter steckt die Tradition und Philosophie des Golfspiels, den Spieler allein und ohne Belehrung oder technische Hilfe über Schlägerwahl oder Entfernungen abschätzen und entscheiden zu lassen. Wenn Ihr mich fragt, und viele tun das, bin ich nach wie vor ein überzeugter Vertreter dieser Tradition.

Seit nunmehr 6 Jahren gibt es auf massiven (wirtschaftlichen) Druck der US-Amerikaner eine Golfregel in Form der Entscheidung 14-3/0.5, die es jedem Golfclub weltweit freistellt, eine Platzregel in Kraft zu setzen, die u.a. die Verwendung von Entfernungsmessgeräten per GPS oder Laser erlaubt. In Deutschland hatten bisher wenige Clubs (im Gegensatz zu 100% der amerikanischen Clubs) von dieser Option Gebrauch gemacht, bis der Dachverband DGV umgefallen ist,  Anfang 2012 diese Ausnahmeregel in seine Wettspielbedingungen übernahm und damit einen „Domino-Effekt“ über die Landesgolfverbände und diese über die Golfclubs auslösten, d.h. jeder fiel um, auch die Pinnau.

Die Verkäufe der einschlägigen Fabrikate wie Golfbuddy, Leupold GX, Bushnell oder Garmin- Armbanduhr haben sich seitdem explosionsartig entwickelt. Auch Smartphones, die über GPS verfügen, haben ihr Angebot mit entsprechenden Apps, wie Expert Golf, erweitert.

Alle Entfernungsmesser sind zur Verwendung im Wettspiel jedoch nur freigegeben, wenn keine anderen spielbestimmenden und damit unzulässigen Funktionen, wie Kompass beim iPhone, integriert sind bzw. diese Funktionen vor Beginn der Verwendung des Geräts nicht außer Kraft gesetzt oder gelöscht werden (ausschalten allein genügt nicht!). Anderenfalls erfolgt automatisch die Strafe der Disqualifikation für das Wettspiel, auch wenn diese zusätzlichen Funktionen auf der Runde gar nicht benutzt werden!

Leider hat es der DGV versäumt, die Spieler per „Schwarzer Liste“ über die unzulässigen Fabrikate oder Zusatzfunktionen rechtzeitig vor Beginn der Saison 2012 zu informieren, um unnötige Disqualifikationen zu verhindern. Da ich ein netter vorausschauender Referee bin, möchte ich meinen bisherigen Wissensstand per Ende April 2012 mit Euch teilen.

Unzulässige Zusatzfunktionen
Kompass (beim iPhone ab 3G fest installiert und nicht zu löschen), Temperatur (bei allen Wetter-Apps verfügbar), Windrichtung, Windstärke, Geländewinkel (gradient), Wasserwaage, Luftdruck, Schlägerwahl, Break der Puttlinie

Unzulässige Fabrikate
iPhone 3G/4/4S (wegen Kompass), Leupold GX2 und GX4, Smartphones mit Wetter Apps

Zulässige Fabrikate
Bushnell, Golfbuddy, Leupold GX3

V.U.