Bridge ist, wenn …

20.05.2012 | Sekretariat | Kategorie(n): Club

Bridge ist, wenn sich im Winterhalbjahr donnerstags um 15.00 Uhr spielsüchtige, spieltüchtige oder ganz einfach auch nur kartenspielende Golferinnen um ein paar Tische versammeln, die Karten mischen, verteilen und fröhlich drauflos reizen.

Bisher traute ich mich ganz einfach nicht, obwohl ich ja im privaten Kreis schon so einige Jahre dabei bin. Aaaaber kann ich da an der Pinnau mithalten, ist mein Spiel gut genug, wer sind die überhaupt, die sich da schon seit Jahren treffen, wollen die Neue denn dabei haben, welches System wird da gespielt und und und.

Da traf ich im Sommer die Jutta beim Gärtner und die meinte, ich solle doch mal kommen, wenn es wieder soweit ist. Na, das habe ich dann auch gemacht und was soll ich sagen? Es macht Spaß!

Ob nun „Forum D“ oder  „Großes und kleines Treff“ (muss nicht jeder wissen, das sind zwei verschiedene Spielsysteme) es ist egal, man spricht sich ab, erklärt, was man da so hingelegt hat und was das bedeutet und ist erstmal gereizt, dann legt man los und wenn dann auch noch so ein bisschen gezockt werden kann, dass man die Gegenspielerin gekonnt getäuscht hat, kommt Freude auf wie bei einem gespielten Par.

Nun freue ich mich auf jeden Donnerstag, wenn sich im Clubhaus um 15.00 Uhr wieder diese nette Frauenrunde trifft und wenn da jemand sagt, dass Bridgespielen so eine toternste Sache ist, dann soll er mal kommen und uns zusehen und hören! Ich gebe zu, eine Turnierleitung würde die Krise kriegen und die eine oder andere würde rausgeschmissen wegen ungebührlichen Verhaltens und übermäßiger Schwatzhaftigkeit, aber wir spielen ja auch kein Turnier und wollen neben dem Spiel schließlich ja auch erfahren, was so los ist in der Welt, in der Familie und wer gerade wohin gereist ist oder welche Pläne man so hat. Alles sehr wichtige und außerordentlich diskussionswürdige Themen. Dazu werden wir von Frau Peuhs und Carmen mit heißem Kaffee, Cappuccino oder Ähnlichem versorgt, Wasserflaschen und Gläser stehen auch parat für die trockene Zunge und an den Tischen werden die Karten gemischt. Eine supertolle Atmosphäre. Fröhlich, ungezwungen und locker – eben so, wie auf einer Golfrunde bei strahlend blauem Himmel über der Pinnau.

Alle vierzehn Tage kommt der „Apfelmann“, in jeder Hand einen Beutel mit Äpfeln geht er zwischen den Tischen durch. „Hab’n Sie Elstar?“ ist die meist gestellte Frage und fast jedesmal macht er kehrt und erscheint mit der gewünschten Sorte.

Nun wird also noch bis in den April hinein gemischt, gereizt, gezählt und geboten und dann hoffen wir auf eine fröhliche, wunderbare Golfsaison, bis es im November wieder mit dem Bridgen losgehen kann.

Frauke Vorpahl